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Venedigertour

Der 4-Tages-Tourentipp in der Venedigergruppe für geübte Bergwanderer

Unterwegs auf schmalen Steigen

Erwandern Sie die grandiose Hochgebirgslandschaft der Venedigergruppe! Jeder Tourentag bringt neue Überraschungen: Almwiesen mit farbenprächtiger Blumenvielfalt, schmale Steige unter wilden Felsgipfeln, schäumende Bergbäche, Ausblicke auf eisumhüllte Dreitausender ... Für Wanderer mit Klettersteigerfahrung bieten zwei luftige Eisenwege zusätzlichen Nervenkitzel.

Mit Übernachtung auf der Sajathütte, der Johannishütte und der Essener-Rostocker Hütte.

Faltblatt zur Venedigertour

Das Faltblatt zur Venedigertour ist erhältlich

in den Servicestellen am Hauptbahnhof, am Isartor im Globetrotter, am Marienplatz im Sport Schuster oder im DAV Kletter- und Boulderzentrum in Gilching

 

oder steht hier zumkostenlosen Download bereit.

 


1. Tag: Hinterbichl im Virgental – Sajathütte

Das "Bergschloss" Sajathütte

Wegskizze: Hinterbichl im Virgental – Stabanthütte – Sajathütte

↑ 1250 Hm, 3,5–4 Std.*

Mit Bahn und Bus reisen Sie bequem ins Virgental am Fuß der Venedigergruppe und beginnen in Hinterbichl den Anstieg zur Sajathütte (Gepäcktransport mit der Materialseilbahn möglich). Beim Gasthaus Islitzer folgen Sie den Wegweisern Richtung Johannishütte und Stabanthütte und wandern auf einem Asphaltsträßchen ein kurzes Stück ins Dorfertal, bis scharf rechts ein geschotterter Fahrweg abzweigt.

Nach wenigen Minuten, kurz vor dem Wiesenkreuz (Parkplatz), verlassen Sie diesen wieder und steigen rechts auf einem zur Stabanthütte und nach Bichl ausgeschilderten Steig kurz bergauf. Ohne großen Höhenunterschied spazieren Sie mit schönen Ausblicken über die Hänge oberhalb von Hinterbichl.

Bei einem Bauernhof beginnt links der Anstieg zur Stabanthütte. Er führt steil in den Wald hinauf und mündet in den Fahrweg zur Hütte. Nun können Sie wählen: Forststraße und Steig verlaufen zunächst parallel. In einer Rechtskehre kürzt der Wanderweg links direkt zur Stabanthütte (1777 m) ab, wo Sie noch einmal Ihren Durst löschen können, bevor der steile Teil des Anstiegs folgt.

Sie gehen 300 Meter auf dem Zufahrtsweg zurück, bis links ein schmaler, wildromantischer Pfad durch den Wald bergauf leitet. Nach 20 Min. treffen Sie auf den Katinweg und gewinnen nun über die Katin- und die Sajatmähder ständig an Höhe. Die von einem Blumenteppich überzogenen Almwiesen und herrliche Ausblicke entschädigen für den schweißtreibenden Anstieg.

Nachdem Sie den Zopsenbach überquert und etwas felsig einen Absatz erklommen haben, scheint die Sajathütte in greifbarer Nähe. Doch eine weitere Stunde ziehen sich die Kehren den Hang hinauf, bis Sie endlich das Berghaus im wilden Sajatkar erreicht haben und von Senior-Hüttenwirtin Maria Kratzer bekocht werden. Gestärkt haben Sie die Möglichkeit, ihre Kletterkünste am Indoor-Kletterturm zu testen.

2. Tag: Sajathütte – Johannishütte

Joahnnishütte

Wegskizze: Sajathütte – Sajatscharte – Venediger-Höhenweg – Johannishütte

↑ 200 Hm, ↓ 650 Hm, 2,5 Std.*, Schwindelfreiheit erforderlich
Rote Säule zusätzlich ↑↓ 300 Hm, 2 Std.*

Achtung: Der Weg Sajathütte–Johannishütte ist aktuell aufgrund latenter Steinschlaggefahr gesperrt! Als Alternative wird die Wanderung über die Eisseehütte und die Zopatscharte (ca. 6,5–7 Stunden) oder über Kreuzspitz und Tulpscharte (ca. 4,5 Stunden) empfohlen. Für beide Varianten gilt: kein Wanderweg – Trittsicherheit erforderlich, da alpines, aber markiertes Gelände.

Heute wartet eine großartige Gebirgslandschaft mit einigen Herausforderungen auf Sie. Wer sich auf Eisenwegen im steilen Fels wohlfühlt, kommt vor der Haustüre der Sajathütte auf seine Kosten. Ein kurzer, interessanter Klettersteig führt auf die Rote Säule (2820 m), die als schroffer Felszahn über dem Berghaus emporragt.

Klettersteigausrüstung wird gegen Kaution auf der Sajathütte verliehen. Ihren großen Rucksack deponieren Sie auf der Hütte und erreichen in 15 Min. den Einstieg. Geübte Ferratisten können auf einer schwierigen Variante ihre Armkraft unter Beweis stellen und sich an überhängenden Leitern emporhangeln. Die schwierigste Stelle befindet sich dabei am Einstieg, eine glatte, überhängende Felswand. Für den Nervenkitzel werden Sie mit einer großartigen Aussicht bis zu den Julischen Alpen belohnt. Der Abstieg führt durch die Westflanke des Gipfels über Blockwerk und Schuttbänder (Seilsicherungen) in eine Scharte und über einen grasigen Hang nach Süden hinab. Links gelangen Sie wieder zur Hütte, wo Sie sich noch einmal stärken können, bevor Sie den kurzen, aber steilen Anstieg zur Sajatscharte in Angriff nehmen.

Noch einmal steigen Sie unter der Roten Säule bergauf und folgen dann dem Steig, der teilweise gesichert unter den Felsen in die Scharte (2778 m) hinaufführt. Dort öffnet sich ein fantastisches Panorama: Sie blicken dem Herrscher der Venedigergruppe, dem Großvenediger, und seinem Hofstaat ins eisige Angesicht.

Das folgende Wegstück erfordert Konzentration und einen sicheren Tritt. Steil geht es bergab und auf einem schmalen Steig durch die wilde Schernesschlucht (Vorsicht vor Steinschlag). Man quert die steilen Bergflanken taleinwärts, umgeht den Westrücken des Scherneskopfs und trifft schließlich auf den Venediger-Höhenweg. Er schlängelt sich zur Johannishütte hinunter. Dort können Sie auf der sonnigen Terrasse entspannen, über die Gletscherriesen hinter der Hütte staunen oder sich noch etwas an den Boulderfelsen in Hüttennähe austoben.



3. Tag: Johannishütte – Essener-Rostocker Hütte

Auf dem Türmljoch, 2790 m

Wegskizze: Johannishütte – Türmljoch – Essener-Rostocker Hütte 

↑ 690 Hm, ↓ 600 Hm, 3,5 Std.*
Türml zusätzlich ↑↓ 55 Hm, 1 Std.*

Nach einer erholsamen Hüttennacht und einem ausgiebigen Frühstück wandern Sie heute im Angesicht firnglänzender Venedigergipfel auf einem Teilstück des Venediger Höhenwegs über das Türmljoch ins Maurertal. Hinter der Johannishütte queren Sie den Zettalunitzbach, halten sich nach kurzem Anstieg links und überschreiten die Dorferbachschlucht. Der Steig hält auf die Felsstufe des Aderkamms zu, die ziemlich steil nach rechts umgangen wird. Steinmännchen leiten westwärts weiter bergauf, bis Sie das Türmljoch (2790 m) erreicht haben. Tief unten im Maurertal erblicken Sie bereits das Ziel der heutigen Etappe, die Essener-Rostocker-Hütte. Darüber glitzern eisgepanzerte Dreitausender.

Geübte Bergsteiger, die entsprechende Ausrüstung im Rucksack haben, erwartet hier eine Klettersteig-Einlage: Über die Nordkante des Türmls leiten Drahtseile und Eisenklammern steil und luftig zum Gipfel (2845 m) hinauf. Nach Süden besteht eine einfachere, weglose Abstiegsmöglichkeit. Westlich unter den Felsen vorbei treffen Sie wieder auf die Hauptroute und steigen über einige felsdurchsetzte Passagen in vielen Kehren ins Maurertal ab.

Im Talgrund überschreiten Sie den Maurerbach und folgen diesem talauswärts zur Essener-Rostocker Hütte, die am Fuß imposanter Gletschergipfel liegt. Über 20 Dreitausender ragen in ihrer Umgebung empor. Auf der Hüttenterrasse genießen Sie den Blick auf die großartige Bergkulisse und lassen sich mit Schmankerl aus der Hüttenküche verwöhnen. Wer noch Energie hat, unternimmt einen Abstecher zum Simonysee mit dem gleichnamigen Gletscher dahinter (45 Min.).

4. Tag: Essener-Rostocker Hütte – Ströden

Idyllisch gelegen: die Stoanalm

Wegskizze: Essener-Rostocker Hütte – Maurertal – Ströden (+ evtl. Umballfälle) 

↓ 810 Hm, 1,5–2 Std.*
Umbalfälle zusätzlich ↑↓ 250 Hm, 1,5–2 Std.*

Zum Ausklang erlebnisreicher Tourentage in einer faszinierenden Hochgebirgslandschaft wandern Sie heute ganz gemütlich durch das Maurertal hinaus. In weiten Schleifen führt der Weg nach Osten hinab, quert den Maurerbach und leitet etwas flacher an der Ochsnerhütte vorbei talauswärts. Ein Serpentinenreigen führt über eine bewaldete Steilstufe hinab.

Bald können Sie ihre Beine wieder ausschütteln und spazieren über Almwiesen bergab. Bei der Talstation der Materialseilbahn treffen Sie auf einen Forstweg, der Sie in 10 Min. zur Stoanalm (1469 m) bringt. Dort können Sie es sich noch einmal so richtig schmecken lassen. Anschließend schlendern Sie ganz bequem auf dem Fahrweg nach Ströden am Ausgang des Maurertals hinaus.

Krönender Abschluss Ihrer Tour ist ein Besuch der Umbalfälle. Dieses eindrucksvolle Naturschauspiel erreichen Sie von Ströden auf einem Fahrweg – zu Fuß (30 Min.) oder mit einer Pferdekutsche. Bei den beiden Jausenstationen Islitzer- und Pebellalm beginnt ein Wasserschaupfad mit Schautafeln und Aussichtspunkten auf den wild schäumenden Bach, der beeindruckende Gesteinsformationen geschaffen hat.

Nach dem Erlebnis der gischtenden Wasserspiele kehren Sie nach Ströden zurück, wo von Mitte Juni bis Mitte September zwei- bis dreimal täglich ein Bus über Hinterbichl nach Matrei in Osttirol fährt. Außerdem steht Ihnen ein Taxitelefon zur Verfügung.


Übersichtskarte

Achtung: Derzeit gibt es aufgrund von Steinschlaggefahr Änderungen am Wegverlauf des 2. Tages.

Alpenvereinskarte

Alpenvereinskarte 36 "Venedigergruppe", Wege und Skitouren 1:25.000

 

Hinweis: Alle Alpenvereinskarten sind erhältlich in unseren Servicestellen am Hauptbahnhof, am Isartor im Globetrotter und im DAV Kletter- und Boulderzentrum in Gilching.

Mit der Bahn

Von München besteht eine Zugverbindung über Rosenheim (evtl. umsteigen) und Wörgl nach Kitzbühel (je nach Verbindung 2 bis 2,5 Std.).

Fahrplanauskunft der Bahn und der Österreichischen Bundesbahn

Mit dem Bus

Weiter von Kitzbühel mit Bus Richtung Lienz (verkehrt viermal täglich) in 1 Std. 15 Min. nach Matrei in Osttirol. Von dort fährt in 30 Min. ein Bus ins Virgental bis nach Hinterbichl.

Verkehrsverbund Tirol

 

Mit dem Kfz

Mit dem Auto von München über die A 8 und die A 93 nach Kufstein. Nun über die Landstraße nach Kitzbühel, über den Pass Thurn nach Mittersill und weiter zum Felbertauerntunnel. Durch diesen hindurch und nach Matrei in Osttirol; dort westlich ins Virgental und über Prägraten nach Hinterbichl. 211 km, 3 Std.