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Die Geschichte des Münchner Hauses

Auf diesem Gipfel gibt es nicht nur einen Andenkenkiosk – dem Vernehmen nach betrieben von einer großen Münchner Alpenvereinssektion – wo man neben Ansichtskarten, Bierkrügen und anderem entsetzlichen Kitsch sogar einen sogenannten Jodelbären kaufen kann. Es gibt innerhalb der Gipfelbauten auch einen eigenen, hoch modernen und architektonisch anspruchsvoll gestalteten Ausstellungsraum, in dem man das ganze Jahr über Kunstausstellungen von beachtlichem Niveau geboten bekommt. Außerdem findet sich ein Schnellrestaurant im Jodlerstil, aber auch eine echte Berghütte. Dieses mit Lärchenschindeln verkleidete "Münchner Haus" mit dem Hausnummernschild "Partenkirchen 1" ist eine richtig gemütliche Alpenvereinshütte. Die Familie Barth bewirtschaftet sie in der dritten Generation, und der jetzige Wirt Hans-Jörg Barth versteht es, rau, aber herzlich hier oben ein Stück Bayern im schönsten Sinne zu zelebrieren. Man fragt sich manchmal, was diese Hütte, was überhaupt der Alpenverein hier noch zu suchen haben. Das ist schwer zu erklären, man kann es aber an Ort und Stelle spüren. Wenn abends die letzte Seilbahn die Bergstation verlassen hat, dann kehrt hier eine himmlische Ruhe ein. Das Hotel auf der österreichischen Seite beherbergt sowieso keine Gäste mehr – und man ist plötzlich wieder "im richtigen Gebirg".

High-Tech und Naturerlebnis am Zugspitzgipfel:

Eine magische Stimmung umfängt den einsamen Betrachter der Bergwelt am Abend, wenn die Besuchermassen wieder mit der Seilbahn ins Tal entschwunden sind.

Während der große Touristenstrom schnell in den Restaurationsräumen verschwindet, sind die "wahren Naturmenschen" noch auf dem Weg zum Gipfel.

Unumstritten war der Bau des Münchner Hauses schon vor 102 Jahren nicht, denn er führte bekanntlich zur Abspaltung der Sektion Bayerland von der Erbauersektion München. Heute kann man das Münchner Haus natürlich auch schlicht als "Sperrgrundstück" ansehen, denn sonst gäbe es hier vielleicht schon ein Neuschwanstein aus Plastik. Direkt unterhalb des Münchner Hauses steht eine riesige, glasüberdachte Halle. Sie beherbergt Telekommunikationseinrichtungen, die, nach heutigem Stand der Technik miniaturisiert, wahrscheinlich in einem Büroschrank Platz hätten, den man noch zusätzlich in die ans Münchner Haus angelehnte Wetterwarte stellen könnte. Diese Wetterwarte ist seit Beginn des Jahrhunderts – und trotz aller Computerisierung und Automatisierung auch heute noch – rund um die Uhr das ganze Jahr über besetzt. Hier hatte der erste Wetterbeobachter Enzensperger im Jahre 1900 ganz allein überwintert.


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