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Ecuador-Austausch

Basic-Infos

Bereits seit vielen Jahren besteht eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Alpenvereinssektion Oberland und der "Asociacion de Excursionismo y Andinismo de Pichincha" in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Kernstück dieser Verbindung ist ein regelmäßiger Jugendaustausch der beiden alpinen Vereine. 

Alle zwei Jahre bildet sich eine Gruppe von ca. zehn bergsportbegeisterten und reiselustigen Jugendlichen der Sektion Oberland zwischen 18 und 25 Jahren und reist auf Einladung der ecuadorianischen Jugendlichen zum Bergsteigen in die Anden. Im folgenden Jahr organisieren sie dann einen Gegenbesuch der Ecuadorianer zum Bergsteigen und Klettern in den Alpen.

Impressionen der letzten Jahre


tipps & infos

Historie
Der Austausch der Sektion Oberland mit der Concentración Deportiva de Pinchincha besteht seit 1990 aufgrund der Initiative des Oberländer Jugendleiters Jürgen Ascherl

Ablauf
Im Zwei-Jahres-Wechsel fliegen zuerst die Deutschen nach Quito und zum Bergsteigen in die ecuadorianischen Anden. Der Aufenthalt erstreckt sich über den gesamten August. Im folgenden Jahr sind die ecuadorianischen Bergsteiger in München und in den Alpen zu Gast

Vorrangige Ziele

  • gemeinsame Planung und Durchführung von Bergfahrten in sämtlichen Spielformen des Alpinismus
  • jeweiliges Kennenlernen von Land und Leuten
  • hautnahes Erleben von ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigem Tourismus
  • Aufbau von internationalen Kontakten für alle Teilnehmer

Die letzen Ecuador-Austäusche

Unverkennbar - Der Cotopaxi

Den Ecuador-Austausch gibt es ja nun seit über 20 Jahren! Das ist wirklich bemerkenswert. Zu manch einem Austausch findest du auch Artikel und Bilder. Klick dich doch mal durch!

1990 / 1991

1992 / 1993

1994 / 1995

1996 / 1997

1998 / 1999

2000 / 2001

2002 / 2003

2004 / 2005

2006 / 2007

2008 / 2009

2010 / 2011

2012 / 2013

2014 / 2015

August 2014

4 Wochen Ecuador – so lang und doch viel zu schnell vorbei

Festlichkeiten bei einem Stiefkampf
Auf dem Gipfel des Rucu Pichincha
Auf den Illinizas

4 Wochen Ecuadoraustausch der Sektion Oberland sind vorbei und nun sollen wir auf einer Seite alle unsere Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen zusammenfassen. Keine Ahnung, ob das klappt – einen Versuch ist es wert.

Der Austausch hat schon lange vor unserem Abflug nach Ecuador begonnen, es gab viele Treffen in München, um eine Gruppe zu finden, Sponsoren zu suchen, Fragen an die Ecuadorianer zu schicken und einiges mehr.

Am 29. Juli war es dann endlich soweit. Wir sind eine Gruppe mit 8 Jungs und 4 Mädls und fliegen endlich nach Ecuador.

Die ersten Tage in der Hauptstadt Quito haben wir genutzt, um uns bei unseren Gastfamilien einzuleben, die Stadt zu erkunden und den ersten Vulkankrater zu sehen.

Und dann ging es schon los mit dem Programm, Klettern und ein Trekking waren als erstes dran.

Kaum zurück in Quito ging es nach einem Tag schon wieder los auf den Hausberg Quitos. Viele von uns standen das erste mal auf 4696m auf dem Rucco Pichincha und dann haben wir auch gleich noch auf 4500m übernachtet. Quito lag in der Nacht wunderschön unter uns und trotz eisiger Kälte wurden viele Fotos gemacht. Nach nicht mal einem Tag Pause ging es wie immer abenteuerlich im Bus zu unserem nächsten Ziel: Die Seen Ozogoche, nach einer wunderschönen Nacht direkt am See ging es am nächsten Tag nach einem kleinen Reitausflug weiter zum Sport- und Mehrseillängenklettern, Thermalbad austesten und Stadt ansehen nach Cojitambo/ Cuenca.

Bis auf Consti gut akklimatisiert ging es 5 Tage später zu den Illinizas. Der erste 5000er konnte bezwungen werden und das war die beste Vorbereitung für die folgenden Berge. Cotopaxi (5897m), Cayambe (5790m) und Chimborazo (6286m) wollten von uns bestiegen werden und es ist uns gelungen. Auf allen Gipfeln wurde trotz Eiseskälte unsere selbstgemalte „JDAV-Witzig“-Flagge gehisst und ein stolzes Gipfelfoto in Facebook gepostet.

Zum Ausklang unseres Programms ging es dann noch nach Baños zum Canyoning, Radfahren, Klettern, Kartfahren, Wandern, Feiern und genießen.

Nach fast 4 Wochen turbulenter Pickupfahrten zu fünfzehnt auf einem Auto, Notbiwakieren am Chimborazo, unseren Reisebus aus einem Matschloch befreien, stundenlangem Warten an diversen Busbahnhöfen in Quito auf die letzten Ecuadorianer, Salsa tanzen, Spanisch lernen, viel Hühnchen mit Reis essen und einem aufregenden Stierkampf zum Abschluss, können wir als Fazit nur sagen es war eine wahnsinnig abwechslungsreiche und schöne Zeit, die wir so schnell nicht vergessen werden. Wir freuen uns jetzt auf unseren ecuadorianischen Besuch im nächsten August in München.

Und falls ihr noch mehr wissen wollt, schaut doch auf unseren Blog.

Ein großer Dank gilt nun noch unseren Unterstützern: der Sektion Oberland, Mountain Equipment, Stubai Bergsport, Hanwag, Edelrid und Adidas.

Lea Elsner, Bilder Anna Würfl

 



August 2015

Ecuadorrückaustausch – Ein wahres Sommermärchen

Es ist zwar schon ein Weilchen her, aber dennoch wollen wir, die Teinehmer vom letzten Ecuadorautausch (14/15) noch kurz über unseren gemeinsamen August letzten Jahres erzählen.

11 Deutsche und 11 Ecuadorianer machten in diesem Monat nicht nur die bayrischen Voralpen unsicher, sondern erkletterten Wände von der Fränkischen im Norden bis hin in die Dolomiten im Süden. Nach einem Jahr der Trennung war das Wiedersehen mit unseren Ecuadorianern am Flughafen natürlich eine riesige Freude und bald schon waren wir wieder in „deutsch-englisch-spanische“ Mixgespräche verwickelt.

Viel Zeit zum Gewöhnen blieb nicht, denn nach unserer Willkommensparty im Alpinen Museum ging es auch schon los in die Fränkische zum Sportklettern. Unsere Ecus waren so klettermotiviert, dass bis in die tiefste Nacht (23 Uhr!) mit Stirnlampen alles geklettert wurde, wo nur irgendein Haken vorhanden war. Nach Besichtigung und Austesten der „Action direct“, der ersten Route im 11.Grad in der Fränkischen, ging es nach einer knappen Woche wieder zurück nach München, wo nicht viel Zeit zum Ausschnaufen blieb, da es gleich wieder los auf ein Hüttenwochenende auf der Blankensteinhütte zum Mehrseillängen antesten ging.

Eine Nacht und Isarfeier später wartete schon der Zug in Richtung Blaueishütte auf uns. Dort wurden die Mehrseillängen dann vermehrt schwerer und länger und die Abende ließen wir nach leckerem Essen immer unter dem wunderschönen klaren Sternenhimmel ausklingen.

Die Hälfte des Austausches war schon vorbei, als wir nach einem Tag Isarraften die Möglichkeit hatten, zum Boulderworldcup in München zu gehen, ein großes Highlight für unsere ecuadorianischen Freunde und uns.

Das Wetter wollte nicht ganz so gut mit uns also blieben wir dann ein paar Tage in München, die aber auch keineswegs langweilig wurden, die Zeit wurde mit einem Besuch im KZ in Dachau, einem Abstecher im Deutschen Museum, einem Kletternachmittag im Kletter- und Boulderzentrum in Thalkirchen, einem Käsespätzle- und Bierverkostungsabend und einem Besuch in einem typischen Biergarten gut gefüllt.

Als der Wettergott dann wieder ein bisschen Erbarmen mit uns hatte, ging es los in den Wilden Kaiser für ein paar Tage auf das Stripsenjochhaus, um von dort die verschiedensten Alpinklettertouren zu machen. Von sehr schwierigen Plaisirrouten bis hin zu etwas einfacheren klassischen sehr langen Alpinrouten waren wir überall unterwegs. Auch hier hielt das Kletterfieber trotz inzwischen geschundener Finger weiterhin an.

Erschöpft ging es dann zurück nach München um sich nochmal einen Tag lang für die letzte und längste Tour in die Dolomiten auszuruhen. Der erste Blick auf die Dolomiten rief bei unseren Freunden schon viele „Ahhs“ und „Ohhs“ hervor und schon war die Kletterbegeisterung wieder auf dem absoluten Höhepunkt. Die nächsten sechs Tage verbrachten wir mit Pizza und Cappucino zuerst in Cortina d’Ampezzo, von wo aus verschiedene Sport- und Alpinklettergebiete angesteuert wurden und dann noch zwei Tage bei den Cique Torri zum Sonne tanken und Klettern in jeglicher Disziplin. Mit einer tollen Abschiedfeier mussten wir unseren Ecuadorianern dann leider doch viel zu schnell wieder „Auf Wiedersehen“ sagen.

In diesem Monat haben wir eine einzigartige Zeit miteinander verbracht und die Freundschaften zu unseren Austauschpartnern nicht nur wieder aufgefrischt, sondern weiter verstärkt.

Wir wollen uns hiermit auch noch ganz herzlich für die Unterstützung des Bundesverbandes durch den KJP (Kinder- und Jugendplan) Zuschuss für internationale Jugendbegegnungen und die Förderung der Sektion Oberland bedanken.

Text: Sabrina Keller

Bilder 2015

August 2010

Gummistiefel, Schnee und Reis am Äquator

Der Vulkan Cotopaxi
Fünf Deutsche stehen auf dem Iliniza Sur
Der erste Blick aus meinem Zimmer fällt auf die schneebedeckte Kuppe des Vulkans Cotopaxi, der über den Dächern Quitos zu thronen scheint. Die Häuser sind grau, die Scheiben im Haus meiner Gastfamilie vergittert, Abgase hängen in der dünnen Luft, dank Jetlag weiß ich nicht, ob es Früh, Mittag oder Abend ist, aber egal – dieser formschöne Berg ist einfach umwerfend! Und die Neugierde auf die nächsten Wochen in Ecuador riesengroß!

Am Abend bei der großen Willkommensfeier zeigt sich, dass wir elf von den Sektionen München-Oberland so einiges von unseren Gastgebern lernen müssen, was Feiern und Tanzen angeht. Noch haben wir die faule Ausrede, dass die Höhe Quitos, ungefähr 2850 m ü. NN., uns zu schaffen macht und wir deshalb auf Salsa und ähnliches erst mal lieber verzichten.

Doch die Ecuadorianer haben sich schon ein tolles Programm überlegt, um uns gut auf Cotopaxi und Co. (und vielleicht weitere Salsa-Abende ...) vorzubereiten. Nach einem Ausflug zur "Mitad del Mundo", der Mitte der Erde, die dummerweise doch nicht auf dem Äquator liegt, geht es auf über 4000 m, auf den Rucu Pichincha, von wo uns die Ausdehnung der Millionenstadt Quito erst richtig bewusst wird. Es folgen weitere Ausflüge: Umrundung der Kraterseen Cuicocha und Quilotoa, Klettern in Sigsipamba, Baden in eiskalten Wasserfällen, kalten Seen und heißen Thermen.

Überraschungen gibt’s so einige! Bei einer mehrtägigen Wanderung durch den Regenwald (erstaunlicherweise vier Tage ohne Regen) stellen wir erstaunt fest, dass man wirklich gut in Gummistiefeln bergsteigen kann. Und dass die Hühner uns dabei nur begleiten, bis das nächste mal "Pollo con Arroz" auf dem Speiseplan steht. Oder dass sich unglaublich viele Personen auf die Ladefläche eines Jeeps am Weg zum 4700 m hohen Imbambura quetschen können.  Unser Proviant – Thunfisch und Bananenchips als Brotzeit, Reis mit Hühnchen morgens und abends – überrascht uns nur an den ersten Tagen, dann haben wir eigentlich schon genug davon.

Zwischen den Tages- und Mehrtagesausflügen haben wir genug Zeit, auf eigene Faust Quito kennenzulernen, unseren Spanisch-Wortschatz zu erweitern und auch mal den ganzen Matsch der Dschungeltour aus den Klamotten zu waschen.
Dann steht die erste große Bergtour auf dem Programm: die Ilinizas. Ein Teil der Gruppe macht sich schon um Mitternacht auf den Weg auf den vergletscherten Iliniza Sur, der andere Teil darf noch ein paar Stunden in den Zelten liegen bleiben, bevor es auf den felsigen Iliniza Norte geht. Egal, auf welchem der beiden 5000er man steht, das Gipfelpanorama ist gigantisch! Chimborazo, Cotopaxi, El Altar, Antisana, und viele andere Vulkane sind bis zum Horizont sichtbar.

Als nächstes machen wir uns auf den Weg zum Cayambe, wo sich unser Gipfelglück von den Ilinizas leider nicht wiederholt. Von Kopf bis Fuß von einer Eisschicht überzogen, müssen wir dort alle im Schneesturm umkehren und sind heilfroh, als wir in der Ferne die Lichter des Refugios wiedersehen. Einige unserer Gastgeber waren schon sehr oft am Cayambe und mussten wegen plötzlichem Sturm und Schneefall die Tour abbrechen – das Wetter ist hier einfach unberechenbar.
Doch beim Aufstieg zum Cotopaxi spielt el tiempo (z. dt. das Wetter) wieder mit, und endlich müssen wir uns nicht mehr mit den Blicken aus den Fenstern Quitos auf den Gipfel begnügen, sondern stehen selbst auf der weißen Eiskuppe!

Vom Eis und Schnee geht es weiter zu den letzten Ausflügen. Die Trekkingtour am El Altar verwandelt sich durch den Dauerregen leider in eine rutschige Dreck- und Matschtour, und wir fahren zum Abschluss zum Baden, Biken und Erholen nach Banos. Hier dürfen bzw. müssen wir unsere Salsa-Kenntnisse mal wieder zeigen, wobei sich herausstellt, dass wir das Tanzen in den vergangenen Wochen so gut gelernt haben wie die Ecuadorianer das Schafkopfen


August 2011

Schlösser, Löcherkalk und Weizen in Deutschland

Am Gipfelgrat des Groß Venedigers
Die Abendsonne im Oberrheintal
Ein knappes Jahr später gibt es eine zweite Chance, das verborgene Salsa- oder Schafkopftalent doch noch zu wecken. Acht unserer ecuadorianischen Freunde kommen nach und nach in München an und machen begeistert alle Aktionen mit uns mit. Lederhosen, bayerisches Bier, Brezn und Obazda werden gleich bei der Willkommensfeier an- bzw. ausprobiert und die Stadt so bald wie möglich besichtigt. Leider ist auch das Wetter in Europa diesen Sommer ähnlich unberechenbar wie letzten August am Cayambe, und so laufen die ersten Touren anders ab als geplant. Wir machen mehrere Tagestouren zum Kloster Andechs, zum Schloss Neuschwanstein, wandern am Spitzingsee und hoffen dabei auf wärmere Temperaturen für die kommenden Wochen.

Als es dann zum Klettern in die fränkische Schweiz geht, haben wir endlich Glück! Bestes Kletterwetter! Alle genießen die vier Tage am löchrigen Fels und die Gastfreundschaft auf dem Zeltplatz bei Oma Eichler.

Mit Fels und Kraxelei geht es weiter, denn der Watzmann steht auf dem Programm, dann folgt die Hochtour auf den Großvenediger, wo sich mal wieder zeigt, wie schnell das Wetter in den Bergen umschlägt und es um 11 Uhr beim Abstieg zur Hütte plötzlich gewittert!

In Ecuador hatten wir schon ziemlich früh genug vom ständigen Reis – genauso geht es anscheinend unseren ecuadorianischen Freunden mit den Nudeln in Deutschland! Jedenfalls staunen wir sehr als JC an der Hütte im Oberreintal seinen Proviant für die kommenden Klettertage auspackt: fünf Plastikbeutel voll gekochtem Reis! Tja, nach den langen alpinen Touren gibt es abends trotzdem für alle Nudeln mit Tomatensoße ... Anschließend werden Topos studiert, Pläne für den kommenden Tag  geschmiedet und die Abendstimmung bei ecuadorianischem Gesang und Gitarrenspiel genossen. So könnte das noch ewig weitergehen!

Doch bald ist der Austausch vorbei, und wir waren immer noch nicht auf der Zugspitze! Endlich kommt uns kein Neuschnee dazwischen, und diese letzte Tour macht allen – wie auch die anschließende Abschiedsfeier an der Isar – richtig viel Spaß!

Die Ecuadorianer müssen immer noch Schafkopfen lernen und wir das Salsatanzen. Somit gibt es zwei wichtige Gründe, den Kontakt zu unseren Freunden in Quito zu halten – mindestens zwei!

Bericht von Nena Grießinger, September 2011
Fotos von Nena Grießinger, Florian Bayer 

Artikel der letzten Ecuador-Austäusche

Unverkennbar - Der Cotopaxi

Jeder Austausch hat einen Artikel über seine Erlebnisse in Ecuador und in Deutschland mit den "Ecus" geschrieben. Hier findet ihr sie:

2002200320042005200620072008200920102011 – 2012 – 2013 – 20142015



Austausch 2008/2009 - in Deutschland


Klettern auf Ecuadorianisch-Deutsch

"Staaaand!" Hört man von allen Seiten, und nur an der Stimme erkennt man wer's is. Zum Glück kennen wir uns schon ein Jahr. "On Belay" - ruft Tito von unten. Jetzt darf ich weitergehen. Der Fels ist noch rauh, wir haben eine Route gefunden, die frisch eingebohrt wurde: "Schmankerl" (5+), ein Geheimtipp vom Hüttenwirt. Wir sind der 10. Ecuadoraustausch in der Kooperation München - Quito. Der August ist jetzt schon fast vorbei und der erste, Pato muss im September schon wieder in die Uni. Die anderen sieben Jungs und ein Mädel hängen noch eine Europatour dran. Doch der Reihe nach ...

Angefangen hat alles vor einem Jahr, als wir eingeladen wurden den Sommer in Ecuador zu verbringen. Dort durften wir auf eine Dschungeltour, die hohen Berge wie den Cotopaxi, Cayambe und natürlich die Menschen auf den Märkten, in den Städten und auf unseren Touren kennen lernen. Unsere ecuadorianischen Freunde haben sich auf's Klettern sehr gefreut, weil die Mehrseillängentouren bei uns im Oberreintal, auf der Blaueishütte, ... schon etwas besonderes sind. Dafür haben sie nun hart trainiet, bis wir uns dieses Jahr wiedergesehen haben.

Los ging's in der Fränkischen, dort haben sich die ersten beim Sportklettern ausgetobt. Anschließend auf die Zugspitze. Dort war die Luft wirklich nicht so dünn, wie für uns in Quito. Quito liegt auf 2800m. Gleich danach ging's auf die Blaueishütte. Obwohl die Berge hier nicht so hoch sind und ein paar vorher schon am Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas klettern waren, sind die Alpen doch etwas besonderes.

Zu einem gelungenen Austausch gehören aber auch nette Menschen und Begegnungen, so haben wir den Hüttenwirt auf der Blaueishütte kennengelernt. Dessen Sohn war schonmal in Quito. Somit gab's für uns außerden leckeren Kuchen auch noch das Ecuadorianische Leibgericht: Hähnchen mit Reis und viel Gemüße. Viel Glück hatten wir mit einer Woche Sonnenschein im Oberreintal. Auf's Klettern dort haben sich alle ein Jahr lang gefreut!

Text: Josef Schröttle

Klettern auf Ecuadorianisch

Cada día despertábamos con el ritmo único de la canción “Tequila” acompanada de unas cuantas palabras en alemán, de las cuales solo entendíamos “Kaffe und tee”. Era el saludo matutino, el pronóstico del tiempo y la invitación al desayuno. Asi empezaba entre bromas y más bromas un Nuevo dia de intensa escalada en las grandes paredes de roca de Oberreinthal. La experiencia  de escalar varios largos fue increible, era la primera vez que lo haciamos ya que en Ecuador no hay paredes tan grandes de roca de buena calidad. Aprendimos mucho de nuestros amigos alemanes, recuerdo las sugerencias de Josef y Andy en Blaueishütte, quienes ya tienen experiencia en este tipo de escalada. No se cómo, pero ellos sabían que iba a llover a las 2pm y que teníamos que apurarnos en salir de la pared, talvez lo sabían por la predicción del tiempo diaria que es tan importante en Alemania. En Ecuador esto no funciona porque el dia menos pensado puede llover. En fin, salimos de la pared secos y llegamos al refugio completamente mojados pero felicies por una experiencia nueva en Alemania.

Text: Rafael Soria

 

Übersetzung:

Jeden Tag sind wir mit dem Rhythmus des unverwechselbaren Songs “Tequila” aufgewacht, auf den einige deutsche Worte folgten, von denen wir anfangs nur „Kaffe und Tee“ verstanden. Es war die Begrüßung am Morgen, der Wetterbericht und die Einladung zum Frühstück vom Hüttenwirt. Von diesem Tag an ging es los mit mehr und mehr Witzen und immer spannenderem Klettern in den langen Kletterwänden des Oberreinthals. Das Klettern an einigen Wänden war unglaublich beeindruckend. Es war das erste Mal, dass wir auf diese Weise kletterten, denn in Ecuador gibt es keine so hohen Wände, mit so festem Gestein. Wir lernten viel von unseren deutschen Freunden; ich erinnere mich an die Ratschläge von Josef und Andy in der Blaueishütte, die bereits Erfahrung in dem Bereich des Kletterns hatten. Ich weis nicht wie, aber auf irgendeine Weise wussten sie, dass um 14:00 der Regen kommen würde. Von da an, mussten wir uns beeilen, aus der Wand zu klettern. Vielleicht wussten sie es, durch den täglichen Wetterbericht, der in Deutschland so bedeutend ist. In Ecuador funktioniert dieser nicht, weil sich das Wetter von einem Moment auf den anderen sehr schnell ändern kann. Schließlich kamen wir trocken aus der Wand, der Regen überfiel uns erst auf dem Rückweg und wir erreichten die Hütte nass bis auf die Haut, aber glücklich durch unsere neu gemachten Erlebnisse in Deutschland.

Rafael Soria & Katharina Schröttle




Austausch 2008/2009 - in Ecuador

Vamos a la cumbre

Sind wir schon oben? – Lasst mich mal schaun, da vorne geht’s runter, rechts geht’s runter, links geht’s runter, von da hinten kommen wir – ich glaube wir sind am Gipfel! So oder so ähnlich ging es uns in diesem Sommer in Ecuador auf so ziemlich jedem Gipfel. Eigentlich hat man im August in Quito nur schönes Wetter...

Anders war es diesen Sommer.

Als so manch einer unserer 10 köpfigen, deutschen Gruppe und einer unserer ecuadorianischen Freunde als Engelsstatue auf den Säulen der Basilika steht, scheint noch die Sonne!

Am nächsten Tag starten wir zu unserer ersten Tour, die Sonne scheint.

Je weiter wir in den Regenwald vordringen, desto schlechter wird auch das Wetter. Ab dem Mittag schüttet es in strömen, aber der Regenwald heißt ja nicht umsonst Regenwald. Seit einer missglückten Flussüberquerung (was nicht beabsichtigt war) sind auch die Füße nass. Doch dass auch der Matsch inzwischen knietief ist, damit hat keiner gerechnet. Wofür hatten wir noch mal die Gummistiefel gekauft? Am nächsten Tag laufen wir dann in quietschgelben Gummistiefeln bei strahlendem Sonnenschein. Ach ja, dafür waren sie gedacht!

Ohne Gummistiefel geht´ s dann auf zum ersten Berg. Noch haben wir gute Sicht. Kurz bevor wir den Gipfel des Guagua Pichincha erreichen, befinden wir uns allerdings mitten in den Wolken. Perfekt für die Rundum- Panoramasicht, auf die wir uns alle gefreut hatten. Immerhin können wir riechen, dass es ein Vulkan ist, wenn wir den Krater schon nicht sehen können. Aber macht ja nichts, es war ja erst der erste Gipfel. Am folgenden Tag stehen wir schnaufend auf dem Gipfel des Rucu Pichincha, natürlich in der allerschönsten Nebelsuppe. Gut gelaunt machen wir uns mit unserem Busfahrer Jefe Tom Bollo auf den Weg zum nächsten Versuch, eine Panoramasicht zu bekommen, und als wir nach einem „Bad“ im eiskalten Kratersee im Sonnenschein auf den Fuya Fuya starten, stehen unsre Chancen gar nicht schlecht. Und tatsächlich, die Sonne bleibt da, bis wir am Gipfel sind, also die erhoffte Panoramasicht? Nein, daraus wird nichts, denn die Gipfel, die man sehen könnte, sind von Wolken verschleiert, aber es war ja erst der zweite Gipfel. Und dafür ist ja die „Abfahrt“ auf dem Hosenboden umso lustiger.

Auch als wir zum Imbabura starten scheint noch die Sonne, juhu, heute wird’s was mit der Sicht, denkt sich so manch einer von uns. Und auch nach über 1000 Höhenmetern scheint noch die Sonne, das könnte heut wirklich was werden. Aber kurz vor dem Gipfel dann die nackte Wahrheit: auch hier befinden wir uns wieder mitten in den Wolken, und unser Gipfelfoto könnte genauso gut am Pichincha entstanden sein. Inzwischen haben wir uns damit abgefunden, dass wir nicht so das tollste Wetter haben. Auch wenn manch einer noch in den dicksten Wolken die Sonne sehen kann. Als wir auf 3900 Höhenmetern um 6 Uhr verschlafen aus unseren Zelten kriechen, der Blick auf die beiden Ilinizas frei wird und gerade die Sonne hervorkriecht, freuen wir uns schon alle auf den Gipfel. Diesmal mit Sonne! Und Unser erster 5000er! Untypischerweise hat der Iliniza Norte viel Schnee für diese Zeit, was die Tour aber nur umso interessanter macht. Sonne und Wolken wechseln sich ab, als wir am Grat die letzten Meter durch den Schnee zum Gipfel hinaufstapfen. Es schneit als wir am Gipfel ankommen. 2 Minuten später zwinkert uns kurz die Sonne zu, gerade so, als ob sie nur für unser Gipfelfoto auftaucht. Als wir in stockdunkler Nacht auf unseren ersten Gletscher, den Cayambe, aufbrechen, hat wohl keiner Hoffnung auf einen Sonnenaufgang am Gipfel. Es schneit und windet. Gegen den Wunsch umzudrehen, bekommt man nur ein „dein Schlafsack ist doch eh hässlich und stinkt“ zu hören. Doch diesmal wird es nur nicht mit der Sonne nichts, sondern auch mit dem Gipfel. Es hat einfach zu viel Schnee.

Als Abwechslung  zu den Bergen, machen wir mal wieder ein Trekking und gehen promt unter der ecuadorianischen Führung im Nebel „Lost“. Hm, das Wetter scheint uns nicht nur auf den Gipfeln nicht zu mögen... Als wir am zweiten Abend endlich unseren Zeltplatz, und somit das Essen, erreichen gibt es abends Tachos mit Salat, Käse, Bohnen und Avocadocreme. Als die Bohnen endlich warm sind, muss das den Ecus natürlich gleich mitgeteilt werden: „The bones are ready“.

Wir zum Glück noch nicht. Der letzte Berg steht noch an, der Cotopaxi mit 5897m. Am Abend vorher sind wir alle in freudiger Erwartung, das Wetter war auch heute gar nicht so schlecht. Nach 3 ½ h Schlaf, beginnen wir uns in „Schichten“ anzuziehen. Was keiner weiß, der Riegel der Lagertür ist von außen nicht der gleiche wie von innen. Worauf die Hälfte von uns eingeschlossen wird. Nachdem wir unsere „Kleinste“ bei der Befreiungsaktion durch das fast noch kleinere Loch im Fenster hinausgehoben haben, können auch wir endlich zum Frühstück gehen. Es ist sau kalt und stockdunkel. Wir marschieren um kurz nach Mitternacht los. Noch haben wir Sternenhimmel, der zusätzlich zu unseren Stirnlampen leuchtet, aber schon nach ein paar Metern Wolken und Schnee weicht. Eine Stunde später haben die ersten kalte Füße und Finger. Es stürmt nun immer mehr, es schneit auch nicht mehr, es ist inzwischen Schneesturm. Nach 6h Aufstieg kommt so manch einer mit schon weißen Lippen am Gipfel an. Wer seinen Handschuh noch ausziehen kann, macht ein schnelles Gipfelfoto, jeder hat nur noch seinen warmen Schlafsack oder das Frühstücksriesenglas Nutella im Kopf. Erst an der Hütte überkommt einen die Euphorie. Wir waren auf 5897m! Auch diesmal natürlich keine Panoramasicht.

Trotz dem Wetter und trotz einiger Verständigungsprobleme ("Do we have to drive with the bus tomorrow?" → "Breakfast is at seven.")...
...war es einfach eine unvergesslich tolle Zeit!

Text: Anne Nagel

Bilder 2008



Austausch 2006/2007 - in Deutschland

Hola Schatzis! – Wir sind wieder da!

„I’m fixed!“  Ich fange an, mein Seil so schnell es geht nachzuziehen. Schlinge um Schlinge bleibt vor meinen Füßen im Fels liegen. Mit einem lauten „Come!“ bedeute ich Johnny nachzukommen. An einem ausgesetzten Gratstück angekommen, hören wir es recht bekannt ins Tal rufen: „Hey, mi leckst am Arsch!“

Wir befinden uns in der Nord-Ost-Kante des unteren Schüsselkarturms im Oberreintal und unsere Antwort auf den typischen Oberreintalgruß ist ein lautes „Du mi au!“ Hier am Stand ist erst einmal Fototermin angesagt.  Eine Seillänge unter dem Gipfel haben wir eine geniale Sicht über das Oberreintal und seine umliegenden Wände. Wir suchen auch gleich nach unseren Freunden in anderen Routen und winken denen, die uns auch schon gesehen haben. Hier hallt es so, dass wir beinahe jedes Wort der anderen Seilschaften verstehen können. Schließlich mache ich noch Fotos von Johnny mit seiner Flagge.

Johnny ist aus Ecuador und einer unserer Austauschpartner, die im Rahmen des Austauschprogramms für den ganzen August in München und mit uns auf Tour sind. Im vergangenen Jahr waren wir ihre Gäste in Quito und hatten eine wunderschöne Zeit dort, und genau das wollen wir ihnen zurück geben.

Trotz ein paar sehr verregneten Tagen hatten wir auch viele unvergessliche Touren. Sei es auf Deutschlands höchsten Gipfel mit einem Abstieg, der noch sehr lang werden sollte, sei es beim Rafting auf der Loisach, beim Sportklettern im Frankenjura oder beim Alpinklettern im Oberreintal. Sei es eine lange Party oder die gemeinsame kalte Dusche aller 8 Mädels unter der Freiluftdusche der Oberreintalhütte. Wir waren in Tracht in Andechs oder haben in verschwitzten Klamotten und mit schmerzenden Füßen im Zug geschlafen. Im Regen waren wir mit dem Mountainbike unterwegs oder haben auf der Wiese bei  Oma Eichler im Frankenjura Frisbee gespielt, bis alle nass und total dreckig waren.  Bei Sonnenscheinsind wir auf so manchem Gipfel und in diversen Wänden gestanden. Wir haben unter einem Dach, in einem Zelt oder nebeneinander im Lager geschlafen.
Die Freundschaften, die wir im letzten Sommer schon geschlossen haben, sind dabei nur noch dicker geworden.

Als wir uns am Mittag nach der Abschiedsparty verabschieden, haben viele von uns Tränen in den Augen. Irgendwann werden wir uns wieder sehen. Wann, weiß keiner so genau, aber dass wir uns wieder sehen werden, wenigstens das ist sicher!

Text: Sybille Fischer

Bilder 2007



Austausch 2006/2007 - in Ecuador

Achachai (span.: Verdammt, ist das kalt)

 „Was für ein Scheiß-Berg!“ Die Leute hier sagen es sei der schönste Berg der Welt. Wir können das nicht nachempfinden. Nicht in diesem Moment. Es windet nicht, es stürmt. Man sieht keine Wolken, denn man befindet sich mitten darin. Es ist nicht kalt, es ist saukalt. Manche von uns kehrten schon um weil sie umgeweht wurden, andere weil sie beinahe erfroren sind. Immer wieder sinkt einer in den Schnee, von der Höhe erschöpft. Als wir endlich auf dem Gipfel stehen ist das Bedürfnis groß dem Masochismus endlich ein Ende zu setzen. Wir bleiben kaum zwei Minuten oben – die Sicht ist immer noch bei fast Null – bevor wir uns auf den Weg zurück zur Hütte machen. Es ist 6 Uhr 30 am Morgen und wir freuen uns darauf den versäumten Schlaf endlich nachzuholen.

Als wir wieder den Rückweg antreten und uns vom Cotopaxi entfernen bessert sich das Wetter und wir erkennen wieder die perfekte Form des schneeweißen Kegels der sich majestätisch aus der Landschaft heraushebt. „Von hier aus ist er schon ganz cool!“

Das großartigste an diesem Berg – an unserem Ecuadortrip überhaupt – ist aber die Art und Weise mit der sich unsere neuen Freunde aus Quito um uns kümmern, sich bemühen unseren Aufenthalt so unvergesslich wie möglich zu machen. Das ist es was uns in 6 Wochen zu dicken Freunden gemacht hat, und das wiederum ist es was die Ecuador-Partnerschaft so besonders macht. Natürlich kannten wir die Geschichten der Freundschaften aus den vergangenen Austauchen, aber dass sich so ein toller Zusammenhalt entwickeln kann – wirklich geglaubt haben wir das nicht.

Philipp said

Wir haben dem Philipp auch nicht geglaubt als er prophezeite: „Jungs, nach 4 Wochen Bergen langt’s euch, und ihr fahrt an den Strand.“ Wir haben ihm immer noch nicht geglaubt, als wir auf unserem ersten 5000er standen. Dem Iliniza Norte. Dort oben, der erste 5000er, saßen wir und schmiedeten Pläne für die Besteigung des Iliniza Sur (ein deutlich anspruchsvollerer Berg, erreichbar nur durch Steileiskletterei). Wenige Tage später erreichten wir dann den Cotopaxi. 5897 Meter über Null. Doch noch immer verhinderte das Adrenalin in unseren Adern, dass wir dem Philipp trotz der grausigen Bedingungen auch nur ein Wort abnahmen. Antisana, Altar, Chimborazo, wir sammelten Ideen für weitere Besteigungen, dass es eine wahre Freude war. Zwei Tage später hängen wir in der Eiswand des Iliniza Sur. Wir kommen gut voran, durchsteigen beeindruckende Spalten, und stehen zwei Stunden nach Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Nahezu alle 5000er Ecuadors stecken ihre Köpfe aus den Wolken und rufen uns förmlich zu: „Als nächstes kommt ihr aber zu mir, ja?“ – Vielleicht war der Philipp ja krank, als er hier war?

Müde stapfen wir ein paar Stunden später schon zum zweiten Mal durch den Vulkanschutt, hinab von der Iliniza-Hütte ins Tal. „Die Berge sind schon stark, aber das Gestapfe hier geht mir auf den Keks. Ich kann den Vulkanschutt schon kaum mehr sehn, “ meint einer, und erntet Zustimmung. Als wir drei Vormittage später vom Gipfel des Cayambe (5790) herunter kommen, wieder durch Vulkanschutt, denkt keiner mehr an Philipps Worte. Er konnte natürlich nicht Recht gehabt haben. „Kajakfahren und Surfen steht auf dem Programm, oder?“ grinst mich der Flo an, und ich nicke genüsslich.

Sport in Ecuador

Ich weiß ja, dass dieser Austausch der Sektion Oberland mit der AEAP in Quito dort etwas noch viel außergewöhnlicheres ist als hier. Wir sind dann trotzdem ein wenig erstaunt, als wir ins Sportministerium eingeladen werden, und der Sportminister und sein Stellvertreter sich eine halbe Stunde Zeit für uns nehmen um uns zu begrüßen. Sogar das Fernsehen ist da. Plötzlich fragt mich Roberto ob ich Zeit für ein Interview habe. Unglücklicherweise habe ich so schnell keine Ausrede parat und lasse mich vom Lokalfernsehen der Provinz Pichincha interviewen. Auf Englisch lege ich mir in Gedanken schon mal Antworten zu recht, the Mountains are great here in Ecuador, the people are so friendly… dann kommt die erste Frage: „What do you think about the results of the Ecuadorian Soccer Team at the World Cup in Germany?“

Text: Matthias Ballweg

Bilder 2006



Austausch 2004/2005 - in Deutschland

Jugendaustausch – hautnah und unzensiert

Wer erinnert sich noch an den Bericht über die Fahrt der Oberländer zu Cotopaxi und Co (»alpinwelt« 4/2004)? Dieses Jahr kamen nun unsere neun Freunde – alle aus der ecuadorianischen Hauptstadt Quito und der näheren Umgebung – zu uns nach München und in die Alpen. Es gab ein „großes Hallo“ bzw. „grande Hola“ auf dem Münchner Flughafen und wir konnten uns nach einem Jahr wieder in die Arme schließen.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Zum Einklettern quartierten wir uns am Kochelsee ein und konnten so manches Kletterjuwel an der eindrucksvollen Atlantiswand erobern. Kletterkommandos wurden festgelegt – auf Spanisch, weil’s einfach schöner klingt – und neue Seilschaften gegründet. Kochel war ideales Übungsfeld für unser nächstes Unterfangen, das Oberreintal mit seinem atemberaubenden Kessel und den steil abfallenden Felswänden fern der Massen um Zug- und Alpspitze. Hans Bader, der Hüttenwirt mit Kultcharakter, wies uns ein und verköstigte uns mit Nudeln, Nudeln, Nudeln. Die Kraft brauchten wir, sollte doch in den nächsten Tagen geklettert werden was das Zeug hält. Erstaunlich gut kamen die Ecus mit, und das, obwohl ihnen in Ecuador nicht gerade ideale Bedingungen für Alpinrouten zur Verfügung stehen. Der Höhepunkt war dennoch keine Kletterroute, sondern ein ganz besonderes Instrument auf der Oberreintalhütte, das unsere ecuadorianischen Freunde in Verzückung versetzte und begeisterte Jubelschreie auslöste: die Kuhglockn in der Stubn. Denn immer, wenn jemand an diese Glocke schlägt, gibt’s a frische Maß für alle. Von dieser Sitte wurde in der letzten Nacht ordentlich Gebrauch gemacht, bis zum Schluss die gesammelte Mannschaft auf den Bänken tanzte.

Vom Klettern hatten wir allerdings noch lange nicht genug, und so packten wir all unsere ecuadorianischen und deutschen Madln und Buam in drei Autos und fuhren frohgemut in die Dolomiten nach Santa Christina im Grödnertal. Zum Sportklettern geht’s ja normalerweise nicht in die „Dolos“, doch wir fanden durchaus Geschmack an den Routen am Ciavaces und Meisules am Sellastock. Wir zogen unsere Arme ordentlich lang, um am vorletzten Tag noch mal Gas zu geben. In der „Kleinen Micheluzzi“ am Ciavaces gab es dann die große Überraschung für Roberto, meinen ecuadorianischen Seilpartner: Kurt Albert, auch in Ecuador ein Idol, zog entspannt an uns vorbei und lächelte für Roberto und mich in die Kamera – das war natürlich DIE Story, und Roberto erzählte sie daraufhin mit leuchtenden Augen jedem, der ihm vor die Füße lief.

Das Terrain, das Ecuadorianer bestens kennen, sind große und hohe Eisberge. Am Cotopaxi, Cayambe und Chimborazo sind sie zu Haus. So sollte die Besteigung des Großvenedigers eine schaffbare Aufgabe sein. Doch beinahe wäre die Gipfelbesteigung an interkulturellen Schwierigkeiten gescheitert – ein Zeichen dafür, dass das Miteinander, das Aufeinander-abstimmen und das gemeinsame Ziel mit die entscheidendsten Komponenten für eine gelungene Bergbesteigung darstellen. Hier zeigt sich, ob die Verständigung klappt, und wie Menschen in Stresssituationen miteinander umgehen – für unsere Gruppe eine sehr wichtige Erfahrung.

Danach tat gemütliches Auswandern im Allgäu richtig gut. Die Seele baumeln lassen, die Schönheit der Natur einsaugen und angesichts des kommenden Endes des Austauschs Zeit für Nostalgie und Abschiednehmen von unseren Alpen.


Wer Lust bekommen hat, eines Tages an diesem Austausch teilzunehmen, der sollte bei der Jungmannschaft Oberland vorbeischauen. Das Team für 2006 und 2007 hat sich zwar schon formiert, aber vielleicht bist DU ja 2008 dabei, wenn es wieder heißt: „Vamos a la cumbre!“

Text & Fotos: Florian von Kritter

 

Bilder 2005



Austausch 2004/2005 - in Ecuador

Breitengrad 0°0’0’’ - Sechs Jungmannschaftler auf Gipfelkurs in Ecuador

Dank des bestehenden Jugendaustauschs zwischen der Sektion Oberland des Deutschen Alpenvereins und des ecuadorianischen Bergsteigervereins „Asociación de Excursionismo y Andinismo de Pichincha“ wurde für uns, Martina, Petra, Judith, Flo, Andi und Tobi, sechs Jungmannschaftsmitglieder der Sektion Oberland, im August 2004 ein Traum Wirklichkeit: eine Reise nach Ecuador, in das Land der Vulkane.

Das seit 1998 von Peru unabhängige Land ist der kleinste unter den Andenstaaten, doch auf seinen rund 272 000 km2 existiert sowohl landschaftlich als auch kulturell eine unglaubliche Vielfalt. Durch die Doppelkette der Anden, die „Straße der Vulkane“, wird das Land in drei Großräume geteilt: die Küstenebene (Costa), das Hochland (Sierra) und die Regenwaldgebiete (Oriente). Als vierte Region sind die Galapagos-Inseln hinzuzuzählen, die ca. 1000 km vor der Küste Ecuadors liegen.

Unsere vierwöchige Reise geht also in ein fremdes, mit Sicherheit faszinierendes Land, um dort sowohl das Land selbst als auch seine Menschen, Kulturen und Geschichte kennen zu lernen.

Akklimatisation
Alle Gastfamilien, bei denen wir wohnen, leben in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Die Stadt, welche aufgrund ihrer Panoramalage als die schönste Südamerikas gilt, liegt 2850 m über dem Meeresspiegel und ca. 20 km südlich des Äquators. Es ist also von Vorteil, dass wir die ersten Tage in der Stadt verbringen, bevor wir die Berge Ecuadors besteigen, damit wir uns an die ungewohnte Höhe anpassen können. Doch Quito ist faszinierend genug, um dort zwei oder auch mehr Tage zu verbringen.

In der Altstadt reihen sich, seit der Kolonialzeit fast unverändert, Kirchen, Klöster und weiß getünchte Häuser mit roten Ziegeldächern. Doch trotz des idyllischen ersten Eindrucks ist es unübersehbar, dass etwa 40 % der Ecuadorianer unter der Armutsgrenze leben. Als unverkennbare Touristen und wegen der hohen Kleinkriminalitätsrate, raten uns unsere ecuadorianischen Freunde davon ab, alleine durch die Straßen zu laufen.

Erste Gipfel
Schon am dritten Tag brechen wir zur ersten Trekking-Tour auf, die uns in den Norden Ecuadors führt. Um uns langsam für die hohen Eisberge, die unser aller Ziel sind, zu akklimatisieren, verbringen wir vier Tage auf über 3500 m und erklimmen auch schon die ersten beiden Berggipfel. Eine sehr schöne „Eingehtour“ ist für uns die Tour um den Cuicocha-See. Den am Fuße des Berges Cotacachi gelegenen, drei Kilometer langen See umrunden wir in ca. vier Stunden ohne große Anstrengung, wobei sich die Höhenluft aber schon bemerkbar macht. Die Nacht verbringen wir in Zelten am Fuße des 4263 m hohen erloschenen Feuerberges Fuya-Fuya, der am darauffolgenden Tag unser erster ecuadorianischer Berggipfel wird. Während des Aufstiegs lernen wir auch gleich die landesübliche Wegführung auf Berggipfel kennen: auf den kürzesten Weg direkt nach oben, ohne Umwege, ohne Serpentinen – „todo directo“. Eine gute Kondition ist dafür unabdingbar, da einem – noch nicht vollständig akklimatisiert – schnell die Luft ausgeht.

Am nächsten Tag steht auch schon der nächste Berg auf dem Programm: der 4609 m hohe Imbabura. Der Aufstieg ist lang (2000 Höhenmeter) und für manche von uns mühsam, doch es lohnt sich, denn oben angelangt kann man in nordwestlicher Richtung den Cotacachi, in südlicher Richtung den schneebedeckten Cayambe sehen. Zwischen den Bergen Imbabura und Cotacachi liegt, im „Tal des Morgendämmerung“, die Stadt Otavalo. Hier findet jeden Samstag Ecuadors größter Markt statt. Tausend Farben und Muster überfordern nahezu das Auge, Touristenmassen strömen auf den Marktplatz, um mit den Händlern um einheimische Ware zu feilschen: Stoffrollen, Wandbehänge, bestickte Blusen und Kleider, Strickpullover und vieles mehr.

Um uns von der Trekking-Tour zu erholen, verbringen wir den Sonntag wieder in Quito. Die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Tagestouren, bei denen man die Schönheiten der Sierra kennenlernen kann. Eine davon ist der Pululahua, der größte Einsturzkrater von Südamerika, ca. 25 km von der Stadt entfernt. Die Caldera hat einen Durchmesser von vier Kilometer, ein Pfad führt hinab zu dem 300 m tiefer gelegenen Kraterboden. Dieser wird landschaftlich stark genutzt, da die Erde sehr fruchtbar ist.

Ist man schon mal in der Gegend, kommt man als Tourist nicht umhin, „La Mitad del Mundo“ zu besuchen – die „Mitte der Welt“. Hier markiert ein 30 m hohes Denkmal den Breitengrad 0, die Nord- und Südhalbkugel treffen aufeinander.

Im Dschungel
Für unser nächstes, vier Tage dauerndes Trekking geht es von Quito aus in Richtung Osten, an den Rand des Amazonas-Dschungels, nach Oyacachi. In das kleine, am Fluss Oyacachi gelegene Dorf verirrt sich nur selten ein Tourist, und die heißen Thermen vulkanischen Ursprungs werden fast ausschließlich von Einheimischen genutzt. Aber natürlich auch von uns, wenn wir schon mal in der Gegend sind. Das Drei-Tages-Trekking von Oyacachi nach El Chaco ist ein Geheimtip für alle Abenteurer, wobei wir auf dieser Tour das übliche Schuhwerk gegen Gummistiefel tauschen. Durch nahezu knietiefen Schlamm und Matsch geht es durch das grüne Dickicht des Urwalds, der manches Mal den Pfad fast unsichtbar macht. Auf wackeligen Hängebrücken überqueren wir die Flüsse Rio Cedro und Rio Caspi, bis wir am dritten Tag einen kleinen Parkplatz einige Kilometer von El Chaco entfernt erreichen. Mit etwas Glück wird man von hier aus von freundlichen Einheimischen mit in die Stadt genommen. Ein krönender Abschluss dieser wirklich überaus „dreckigen“ Tour sind die Papallacta-Thermen, bei denen wir auf dem Weg zurück nach Quito Halt machen. Die am besten ausgebauten Thermalquellen des Landes sind im Vergleich zu den Oyacachi-Thermen „proppenvoll“, aber auf jeden Fall einen Besuch wert.

Nach einem „Erholungstag“ in Quito nehmen wir unseren ersten 5000er in Angriff: den Illiniza Norte. Von der Stadt aus fahren wir nach Süden, in die Region Cotopaxi. In der westlichen Cordillera stehen die zwei miteinander verbundenen Gipfel des Illinizas: die 5263 m hohe, schnee- und eisbedeckte Südspitze und die etwa 150 m niedrigere, schneefreie Nordspitze. Vom Parkplatz weg laufen wir zum Refugio „Nuevos Horizontes“, in dem wir die Nacht verbringen. Das Refugio ist klein und spartanisch. Es gibt einen Gaskocher und Geschirr, sein Essen muss man selbst mitbringen. Der Wind fegt um das Haus und ohne genug warme Klamotten und passenden Schlafsack kann es ganz schön kalt werden. Dennoch zelten einige abgehärtete Ecuadorianer vor der Hütte. Um vom Refugio auf den Gipfel des Nord-Illinizas zu gelangen, braucht man nicht mehr als drei Stunden. Auf dem Gipfel zu stehen ist ein unglaubliches Gefühl. Bei gutem Wetter kann man gleich nebenan den Illiniza Sur, etwas weiter entfernt in östlicher Richtung den Cotopaxi sehen.

Cotopaxi
Dieser ist auch unser nächstes Ziel. Der perfekt geformte Kegel von Ecuadors zweithöchstem Berg (5897 m) und dem höchsten aktiven Vulkan der Welt ist unser erster Eisberg. Am Gletscherbruch stimmen wir unsere „Eistechniken“ mit denen unserer ecuadorianischen Freunde ab. Um 1 Uhr nachts machen wir uns vom Refugio „Josè Ribas“ aus auf den Weg zum Gipfel. Ungünstigerweise ist gerade Samstag und etliche andere Leute sind unterwegs. Die Schlange von Seilschaften, die sich hintereinander den Berg hochwindet, ist endlos, wobei nur die einzelnen Lichter der vielen Stirnlampen zu sehen sind. Kleiner Tipp: den Cotopaxi nie am Wochenende besteigen, an Wochentagen ist bei weitem nicht so viel los! Bei Sonnenaufgang erreichen wir den Gipfel - die einen etwas früher, die anderen später - und es ist ein einmaliges Erlebnis: vor uns tut sich das riesige schwarze Loch des Kraters auf, im roten Licht der Morgensonne sehen wir im Westen die Zwillingsgipfel des Illinizas, daneben am Horizont den atemberaubende Schatten des Cotopaxi, unter uns ein endloses Wolkenmeer – „über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...“!

Um spätestens acht Uhr müssen wir uns auf den Rückweg machen, da die Gefahr von Steinschlag und einbrechenden Eisbrücken sonst zu groß wird, doch nach weniger als drei Stunden haben wir das Refugio wieder erreicht. Dort wartet dann noch eine kleine Überraschung für unser Geburtstagskind Martina, die von fast allen unseren „Ecus“ mit einem Geburtstagskuchen und Geschenken empfangen wird.

Höhenrekord
Nach zwei Tagen Erholung in Quito steht uns dann der Höhepunkt, das Finale und die größte Herausforderung unserer bergsteigerischen Aktivitäten bevor: der höchste Berg des Landes, der 6310 m hohe Chimborazo. Lange galt er als der höchste Berg der Erde und wurde „Dach der Welt“ genannt. Tatsächlich ist die Spitze des Chimborazos der weitest entfernte Punkt vom Erdmittelpunkt. Das Refugio „Edward Whymper“ befindet sich auf etwa 5000 m und am Abend ist es für uns wie an Weihnachten: draußen fällt Schnee und es ist klirrend kalt, während wir drinnen um das Kaminfeuer sitzen und uns mit Tee warm halten. Wieder machen wir uns mitten in der Nacht, um zwölf Uhr, auf den Weg, in der Hoffnung, vor acht Uhr den Gipfel zu erreichen. Im Vergleich zu diesem Aufstieg ist der Weg auf den Cotopaxi ein Spaziergang. Hier zieht es sich endlos in die Länge, und die letzten zwei Stunden unterhalb des Gipfels hat man das Gefühl, nie dort anzukommen. Manche von uns haben es wohl nur dem Ehrgeiz und viel gutem Zureden der Kameraden zu verdanken, am Ende den Gipfel doch noch zu erreichen. Andere haben weniger Glück und müssen umkehren. Nachdem wir insgesamt zehn Stunden unterwegs waren, kommen wir völlig erschöpft wieder beim Refugio an und machen erst einmal ein zweistündiges „Mittagsschläfchen“, bevor wir uns ganz vom Berg verabschieden und zum Parkplatz zurückkehren. Von dort geht es dann direkt weiter nach Banos.

Abschied nehmen
Wegen den Thermalquellen ist das kleine Städtchen sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt. Über allem thront der 5023 m hohe aktive Vulkan Tungurahua, den wir uns aber nur noch aus sicherer Entfernung ansehen. Hier verbringen wir unsere letzten Tage in Ecuador, und das unausweichliche ist nicht länger aufschiebbar: der Abschied von unseren Freunden, die uns alle ans Herz gewachsen sind und denen wir wunderschöne und mit Sicherheit unvergessliche vier Wochen zu verdanken haben. Für alle ist es schwer, nur die Aussicht auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr macht es etwas leichter. Denn dann werden die Jugendlichen aus Ecuador nach Deutschland kommen und hier hoffentlich eine ebenso tolle Zeit verbringen wie wir in ihrem Land.

Judith Wieland

Bilder 2004

Der perfekt geformte Kegel von Ecuadors zweithöchstem Berg, dem Cotopaxi.


Austausch 2002/2003 - in Deutschland

Kässpatzen mit Ketchup – Ecuador meets Bavaria

Ende Juli stehen wir am Flughafen und warten auf unsere „Ecus“. „Werden sie wirklich heute ankommen?“ stellen wir uns immer wieder die Frage, denn der Ankunftstermin ist bis kurz vorher nie wirklich sicher.

Mit der schließlich aber doch reibungslosen Ankunft in München beginnt der heißeste Austausch seit der 12-jährigen Partnerschaft. Gleich bei der fünftägigen Eingewöhnungstour im Allgäu lernen unsere Freunde, was Schwitzen ist. („Das ist ja wie Wasser!“) Auch vergebliche Versuche das nasse T-Shirt verkehrt herum anzuziehen, machen es nicht trockener. Dafür bietet der nahe gelegene Forggensee jeden Abend eine willkommene Abkühlung.

Im Allgäu und auch während des gesamten Austauschs erreichen wir fast alle unsere Ziele per Radl, was für unsere ecuadorianischen Freunde eine ganz neue und heiß geliebte Erfahrung ist. In der Region rund um Füssen gehen wir zum Sportklettern, zum Biwakieren auf den Säuling und erklimmen natürlich auch noch einige andere Gipfel.

Zuhause gibt es nur eine kurze Pause zum Wäschewechseln, dann geht es auch schon weiter auf die Zugspitze. Natürlich haben wir uns für unseren Aufstieg einen der heißesten Tage ausgesucht und alle sind am Abend glücklich, dass wir die 2200 Hm in einem Tag geschafft haben. Am Gipfel angekommen, schlagen wir mit unserer 13-köpfigen Mannschaft alle Lautstärke-Rekorde, als die „Ecus“ ihre Flagge am Fahnenmast hissen.

Der nette und hilfsbereite Hüttenwirt vom Münchner Haus verwöhnt uns am Abend mit einem speziellen Ecuadormenü: Asiatische Reispfanne mit Schweinswürstel und als Nachtisch Kartoffelsalat. Nach einer angenehmen Biwaknacht auf Höhe von Quito machen wir beim Abstieg einen wohlverdienten Abstecher zum Eibsee, um uns von unserem Schweiß zu befreien. Zurück in München, verbringen wir zwei Ruhetage mit Sightseeing, Shopping und im Englischen Garten.

Mit einer chaotischen Anreise (Schuhe, Gletscherbrille, ... vergessen) beginnt unsere Hochtourenwoche auf der Vernagthütte in den Ötztaler Alpen. Damit wir alle auf dem gleichen Stand sind, üben wir zunächst noch einmal die Spaltenbergung. Manch einer lässt sich erst nach längerem Zureden dazu bewegen, in eine Gletscherspalte zu springen, weil es für ihn eine ganz neue Erfahrung ist. Die nächsten Tage verbringen wir mit Gletschertouren, unter anderem auf die Wildspitze und die Gipfel rund um die Hütte. Von Abend zu Abend steigt der Bierkonsum und in gleichem Maße das Liederrepertoire unserer Freunde („... Bergvagabunden sind wir ja wir ...“). Zum Abschluss der Woche gehen wir noch in einer Gletscherspalte zum Eisklettern, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Ein weiteres begehrtes Highlight ist die Kletterwoche in den Dolomiten. Um hier später in den Touren keine sprachlichen Probleme zu bekommen, einigen wir uns beim anfänglichen Alpin-Klettertraining auf eine Kombination aus spanischen und deutschen Seilkommandos („Fin de seguro!“, „ein Seil – äääh, Seil ein!“).

Auch wenn einige am Anfang noch etwas Respekt vor den hohen Wänden haben, sind nach der ersten Klettertour alle restlos von den Felsen begeistert! In den kommenden Tagen unternehmen wir sogar Klettertouren mit bis zu zehn Seillängen, was für unsere „Ecus“ eine komplett neue Erfahrung ist. Am liebsten wollen alle noch viel länger bleiben und klettern, klettern, klettern.

Das Programm geht aber mit der Coburger Hütte schon wieder weiter, von der aus wir den schwierigen Klettersteig auf den Tajakopf machen und vom Gipfel aus den schönen Drachensee betrachten.

Selbst die wenigen Ruhetage, die in unserem Programm stehen, sind letztendlich bis oben hin mit Aktivitäten ausgefüllt. So machen wir Ausflüge zum Segelfliegen, zum Schlauchbootfahren auf der Isar oder in das Salzbergwerk nach Bad Reichenhall. Auch der kulturelle Teil kommt natürlich mit dem Deutschen Museum, einer Stadtführung, einem Besuch im KZ in Dachau und einem Ausflug zum Schloss Neuschwanstein nicht zu kurz. Das typische Münchner bzw. Bayerische Leben machen wir unseren Freunden in Form von Biergartenausflügen und einem Nachmittag im Englischen Garten mit Baden im Eisbach und Fußballspielen schmackhaft. Dabei können sich unsere Gäste zum Teil jedoch nur schwer mit der deutschen Freizügigkeit anfreunden.

Kulinarisch wollen wir unseren Freunden natürlich auch zeigen, was wir hier zu bieten haben. Deshalb gibt es so oft wie möglich typisch bayerische Küche. Manchmal kombinieren unsere „Ecus“ die Gerichte auf seltsame Art und Weise: So wollen sie auf keinen Fall auf den Ketchup zu den Kässpatzen verzichten.

Der Abschied fällt uns dieses Jahr so schwer, dass sogar Petrus mitweint und unsere Abschluss-Grillparty verregnet. Dies tut jedoch der Stimmung keinen Abbruch und wir feiern und tanzen bis in die frühen Morgenstunden. Spätestens jetzt hat jeder von uns Deutschen die Salsa-Grundschritte verinnerlicht!

Von Bine Aippersbach, Julia Kugelmann & Andreas Hirschvogel

Bilder 2003



Austausch 2002/2003 - in Ecuador

Todo Es Posible En Ecuador (Alles ist möglich in Ecuador)

Das Jahr 2002 begann für einige junge Leute der Sektion Oberland mit endlosen Anrufen, Diskussionen, Wälzen von Ordnern und ähnlichem. Die Ecuadorgruppe hatte sich wieder gefunden, und war fleißig damit beschäftigt, den Austausch mit der ecuadorianischen Jugend zu organisieren. Die Zeit bis Anfang August verging wie im Flug und plötzlich standen sieben junge Bergsteiger im Flughafen München und es hieß: „Auf nach Ecuador!“

Unser Flug von München nach Südamerika verläuft eigentlich ohne Probleme ... Beim Anflug auf Quito mussten wir uns allerdings fragen, ob der Pilot neben einer Tankstelle landen will, aber schließlich setzen wir doch auf der normalen Piste inmitten der Stadt auf. Die Begrüßung ist sehr herzlich und wir ahnen noch nicht, dass sie uns die nächsten vier Wochen immer wieder mit leckerem ecuadorianischem Essen und viel Liebe versorgen werden.

Eingewöhnung und Akklimatisationstouren

Am vierten Tag geht es schon mit dem Bus der Concentracion Deportiva de Pichincha zu unserem ersten Trekkingziel, der Vulkanlagune Quilotoa. Die Fahrt zum Vulkankrater lehrt uns, dass im Bus umgefallene auslaufende Benzinflaschen auch mit einer Zigarette im Mund wieder richtig befestigt werden können und dass die Überholmanöver manchmal bis auf den letzten Meter genau berechnet sind (was den begeisterten Beifall der Fahrgäste auf sich zieht). Die Landschaft ist großartig und wir genießen die Nacht am Rande der Lagune in unseren Zelten. Am nächsten Tag steigen wir dann auf den höchsten Kratergipfel und fahren wieder nach Quito zurück. Unterwegs kehren wir noch in einer Straßenrandkneipe ein, schlagen alle Warnungen in den Wind und essen Chuchucara. Dieses typisch ecuadorianische Gericht schmeckt vorzüglich, hat aber durch seinen hohen Frittierfettgehalt auch Auswirkungen auf den Gesundheitszustand einiger Leute. Diese setzen sich im Bus entweder an die Tür oder stellen sich ans Fenster, um sich schnell von dem beklemmenden Gefühl im Magen zu befreien, während andere wiederum nachts recht kräftig die Felder düngen. Zudem führen die neu beschafften Antibiotika zu einer Penicillin-Allergie nach dem Motto „Und fröhlich grüßt der Juckreiz ...“

Diese Erfahrungen machen wir während unserer zweiten Trekkingtour, die uns in das Hochtal des Altarmassivs auf 4.200 m Höhe führt. Sogar unsere Kranken wanken in langsamem Tempo zum geplanten Lagerplatz und sind stolz, es auch geschafft zu haben. Für sie wird die Nacht unvergesslich, da sich die Auswirkungen der Darminfektionen auf knapp 4.000 m Höhe verdoppeln.

Die beiden anschließenden Ruhetage in Quito nutzen wir zum Essen und zum Schlafen, da wir uns auch die wilden nächtlichen Salsapartys in den ecuadorianischen und kubanischen Bars nicht entgehen lassen.

Die nächsten Gipfel stehen aber schon wieder unmittelbar bevor. Vorbei am Refugio besteigen wir noch am selben Tag den Guagua Pichincha (4.796 m) und schlagen schließlich hinter einem Sattel auf 4.400 m Höhe unser Lager auf. Beim Rückweg über den Rucu Pichincha (4.737 m) müssen wir die Kaninchen-Flucht-Taktik auspacken, um den Räubern Haken schlagend durch absolute Wildnis auszuweichen.

Schluss mit lustig

... heißt es nun, denn es stehen die großen Berge vor der Tür. Die beiden Illinizas werden unsere ersten beiden 5000er. Der Nordgipfel ist mit seinen 5.121 m noch ein normaler „Hatscher“, bei dem wir uns im Abstieg im dichten Nebel verlaufen. Kurz vor der völligen Finsternis finden wir unsere Freunde und die Hütte wieder und können auf das deutsch-ecuadorianische Kuschel-Biwak verzichten. Somit steht unserem Sturm auf den Illiniza Sur auch nichts mehr im Wege. Eine beeindruckende Eistour in 45–55 Grad steilem Gelände wird oben am Gipfel mit dem Blick auf alle ecuadorianischen Schneeberge gekrönt. Unter diesen ist auch der Cotopaxi, den wir zwei Tage später im Rahmen einer Völkerwanderung erreichen, da unsere Gruppe aus insgesamt 20 Leuten besteht, die alle darauf brennen, mit uns den Gipfel zu besteigen. Als wir um Mitternacht aus den Federn hüpfen, ist uns noch nicht so richtig klar, dass die Route in Falllinie zum Gipfel führt. Während des Aufstiegs wanken wir beinahe blind und taub hinter unseren ecuadorianischen Freunden her und nur der Vollmond verhindert, dass wir in der Dunkelheit über unsere eigenen Füße stolpern. Geschafft aber glücklich erreichen alle den Gipfel und sind von dem 5.897 m hoch gelegenen Gipfelkrater völlig überwältigt. Wir genießen im Abstieg die beeindruckende Eislandschaft im strahlenden Sonnenschein und sind froh, als wir vormittags schon wieder in unsere Schlafsäcke kriechen können.

Nach diesen Erlebnissen gönnen wir uns erst mal wieder zwei Ruhetage, in denen wir unter anderem unsere geschundenen Körper in die 42 Grad warmen Schwefelbecken der Papallacta-Thermen legen.

Einen Tag später geht es schon wieder los. Auf geht es zum Cayambe, an dessen Hütte unsere Mädels erfolgreich ihre Körpergröße ausspielen und sich vor einem kleinen Ecuadorianer aufbauen, der uns einen Eispickel stehlen will. Eine kurze Nacht erwartet uns, gefolgt von einem langen Aufstieg bis zum finalen Gletscherbruch. In diesem kommen die meisten von uns leider nicht weiter und nur eine Seilschaft kann den Gipfel erreichen.

Salsa oder Chimborazo?

Während sich der Großteil unserer Gruppe schon dem Feiern und dem Salsa zuwenden, machen sich nur noch zwei Unermüdliche auf, den 6.310 m hohen Chimborazo zu besteigen. Nach spärlichen 3 Stunden Schlaf brechen wir schon um 23 Uhr von der Hütte auf. Der Gletscher arbeitet an diesem Berg sehr stark und kommentiert fast jeden unserer Schritte mit einem Krachen, was unseren Bergführer etwas unentspannt wirken lässt. Während des langen Aufstiegs verlaufen wir uns in einem Gletscherbruch, holen die verlorene Zeit mit einem netten Bergsprint über die letzten 400 Höhenmeter wieder heraus und erreichen um 8.30 Uhr schließlich den Gipfel. Aufgeweichte Gletscherspalten und aufkommender Nebel machen uns im Abstieg noch einmal Probleme, aber nach zwölf Stunden können wir ohne ein ernsteres Verschwinden in den Tiefen des Gletschers das Eis endlich verlassen. Bei der Rückfahrt sind wir so erschöpft, dass keiner von uns ein Wort sagt.

Als wir aber in der schönen Touristenstadt Banos wieder auf unsere ecuadorianischen Freunde treffen, wecken sie mit ihrer immer offenen und herzlichen Art erneut unsere Lebensgeister. Im Laufe der Abschlussfeier brauchen wir nur wenig Alkohol, um den schönsten Rausch aller Zeiten zu erleben. Eskortiert von der örtlichen Polizei verbringen wir eine wundervolle Nacht mit Tanzen und Feiern. Die touristische Unterstützung der Ordnungshüter verdanken wir dem Polizeichef der Provinz Tungurahua, der seiner Tochter einfach nicht den Wunsch ausschlagen konnte, ihre neuen deutschen Bergfreunde zu unterstützen. Als wir am letzten Tag noch einmal mit Dienstwagen die zwei Kilometer zum Busterminal gefahren werden, sehen wir uns zum letzten Mal in unserer Ansicht bestätigt: „Todo es posible en Ecuador“

Mit diesem Gedanken, tiefen Eindrücken von Land, Menschen und unseren Gipfelerfolgen verlassen wir mit ein paar Tränen im Auge unsere neu gewonnenen Freunde. Jeder von uns wird diese Zeit als ein besonderes Erlebnis in Erinnerung behalten und der entstandene Zusammenhalt wird uns hoffentlich auch nächstes Jahr zu vielen schönen Erlebnissen führen, wenn wir uns alle in Deutschland wieder sehen.

Text: Udo Weissflog
Fotos: Yo Wiebel