Müsliriegelpapier gesucht – Autobatterien gefunden
Mountainbiker der Gruppe M97 haben am 15. Oktober ihr erstes Ramadama auf den Isartrails zwischen der Großhesseloher und Grünwalder Brücke veranstaltet und sind auf jede Menge Problemmüll gestoßen.
"Das hat sich gelohnt", mehr brachte Philippe Gsell angesichts des riesigen Müllbergs auf dem Kleinlaster der Gartenbauabteilung des Baureferats nicht mehr raus. Beim ersten gemeinsamen Ramadama der Münchner Mountainbiker haben Gsell und die anderen 60 Helfer in drei Stunden entlang der rund sieben Kilometer langen Strecke zwischen der Großhesseloher und der Grünwalder Brücke über 80 große graue Tüten mit jeweils 70 Liter Müll gesammelt sowie diverse andere Fundstücke, darunter vier zum Teil schrottreife Stadträder und jede Menge Sondermüll, aus den Büschen gezogen und gleich mit zur Abholung an den Wegrand gestellt.
Organisiert wurde das große Aufräumen auf und neben den Isartrails von M97, der Mountainbike-Gruppe der Alpenvereins-Sektionen München und Oberland, sowie von der IG München & Umland der Deutschen Initiative Mountainbike, kurz DIMB. Und zwar erstmalig in Eigenregie. Unterstützt wurden sie dabei vom Abfallwirtschaftsamt der Stadt München, das Müllsäcke und Arbeitshandschuhe stellte und die Müllsäcke gleich am Samstag noch abholen ließ.
"Wir wollten das Areal bis zur Grünwalder Brücke von Unrat säubern und damit das Ramadama des Vereins 'Die Isarfischer e. V.' wirksam nach Süden hin erweitern", hat M97-Organisator Oliver Kreipe schon im Vorfeld angekündigt. Nur mit derart kuriosen und zum Teil auch gefährlichen Fundstücken hätte niemand gerechnet.
Auf alles waren die Mountainbiker gefasst, auf weggeworfene Müsliriegelverpackungen, verlorene Fahrradflaschen, den Tacho, der beim Sturz neulich irgendwo ins Gemüse geflogen ist, vielleicht noch auf gerissene Ketten oder das eine oder andere Schutzblech. Gefunden wurden dann aber sechs Autobatterien, zwei Autoreifen, ein Benzintank, ein verrosteter Auspuff, ein 3 m langes, mit Nägeln gespicktes Brett, ein Kassettenrekorder aus den 80er-Jahren, ein Wecker, diverse Schuhe und Jacken, ein Schlafsack, ein Stück Teppich, ein Tretroller und ein halber Eimer mit hochgiftiger Holzschutzlasur – alles illegal entsorgt in den Isarauen. Zu den eher harmloseren Fundstücken zählten am vergangenen Samstag ein Edelstahltopf, der obligatorische Grill, eine Zahnbürste, sowie Bierdosen und "Flaschen ohne Ende", wie einer der Helfer am Ende die Best-of-Liste noch ergänzte.
"Die Menge an gesammeltem Müll ist – leider – beachtlich. Besonders erschreckend ist dabei, dass auch Problemmüll wie Autobatterien in der Natur entsorgt werden. Es gibt also genug Gründe, die Aktion nächstes Jahr zu wiederholen" – Oliver Kreipe und Oliver Heinrich (DIMB) haben gleich nach getaner Arbeit eine Neuauflage 2012 beschlossen.
Susanne Menhorn
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