Sammy und Moni bouldern in die deutsche ErwachsenenspitzeText: Nils Schützenberger; Photos: DAV-Hauptverband, Birgit Retschy
Nach sintflutartigen Regenfällen war die deutsche Jugendbouldermeisterschaft am 06. August in Überlingen nur mehr mit einem Finale im Intervallmodus (4 Boulder mit jeweils 4 Minuten Pause hintereinander) durchführbar. Qualifikation und Halbfinale entfielen. Eine große Enttäuschung für viele weitgereiste deutsche Jugendkletterer. Zum Wettkampfklettern zählt trotz ungünstiger Umstände grundsätzlich beste Leistungen abzuliefern. Diesem Motto wurden die Kletterer vom Team München & Oberland voll gerecht:

Sarah Schützenberger wird Vizemeisterin in der Jugend A Pema Sherpa, die sicherlich kleinste Teilnehmerin des Tages kam auf einen ausgezeichneten 5. Platz in der Jugend B. Forian Wientjes, der frischgebackene bayerische Bouldermeister kam sogar auf Platz 4 bei der männlichen Jugend B, die mit den Firnenburgbrüdern (Hannover) und Joachim Tensig (Coburg) sehr stark aufgestellt ist. In der weiblichen Jugend A holte sich Sarah Schützenberger nicht unerwartet den zweiten Platz ab und wurde deutsche Vizemeisterin im Bouldern in ihrer Klasse. Sie musste sich nur der auftrumpfenden Chiara Klostermann aus Ingolstadt im allerletzen Boulder geschlagen geben. Charlotte Roderer aus dem Sichtungskader, die seit Jahren bei allen bedeutenden Wettkämpfen dabei ist, kam auf den guten 13. Platz. Sammy Adolph macht Platz 1 in der Jugend A Sammy distanzierte die Konkurrenz mit einer souveränen Leistung klar und wurde deutscher Meister in der männlichen Jugend A. Markus Herdieckerhoff erreichte einen sehr guten 7. Platz. Maxi Zwickelbauers Leistungen sind leider oft schwankend. Hatte er beim bayerischen Vorstiegswettkampf zwei Wochen zuvor noch spielerisch Platz 1 gemacht, so war ihm in Überlingen auf Grund taktischer Fehler das Glück nicht hold. Er kam nur auf Rang 10. Monika Retschy erneut deutsche Juniorenmeisterin Monika Retschy hat in den letzten Jahren praktisch alle bayerischen und deutschen Meistertitel im Bouldern in der Jugend "abgeräumt". So ließ sie auch in Überlingen auch in ihrem letzten Jugendwettkampf nichts anbrennen und holte sich, trotz einer schmerzhaften Leistenzerrung die sie sich beim Bouldern im Tessin in den Tagen zuvor zugezogen hatte, mit ihrer technischen Perfektion, verdient den Sieg. Moni setzt bei den Erwachsenen Zeichen Am nächsten Tag stand dann die letzte Runde des deutschen Bouldercups der Erwachsenen an. Sarah Schützenberger, die bei den Damen durchaus mithalten kann, hatte versäumt sich anzumelden und konnte deswegen leider nicht starten. Dafür hielt Moni Retschy die Fahne der weiblichen München & Oberländer hoch. Trotz teils heftiger Schmerzen gelang es ihr die Quali mit Platz 2 abzuschießen. Im Halbfinale zeigte sie was sie drauf hat. Fulminant zog sie mit Bestleistung als Favoritin ins Finale ein. Dort musste sie sich den erfahreneren (und vermutlich auch „schmerzfreieren") Kolleginnen Juliane Wurm und Julia Winter ganz knapp geschlagen geben. Sie machte auch in der Jahresgesamtwertung Platz 3 (obgleich sie nur an zwei der drei Runden teilnehmen konnte).

Sensation: Sammy klettert bei den Erwachsenen bis ins Finale Nicht weniger eindruckvoll die Leistung von Sammy, der bei den starken deutschen Herren als jüngster Teilnehmer antrat. Er schaffte es in der Quali zusammen mit Stefan Danker und Thomas Tauporn alle Boulder im ersten Versuch zu flashen und zog damit zum Erstaunen vieler als Favorit ins Halbfinale ein. Im Halbfinale konnte er so gut abschneiden, dass er als 6ter ins Finale gelangte. Eine unglaubliches, für viele völlig unerwartetes Ergebnis. Im bitterharten Finale konnte er sich sogar noch auf Rang 5 verbessern. Wenn diese überragende Leistung keine Eintagsfliege war, dann müssen die deutschen Herren beim Bouldern in Zukunft mit Sammy rechnen. Spätestens zur ISPO im Januar 2011, anlässlich des nächsten deutschen Bouldercups wird sich zeigen, ob sich die Athleten vom Kletterteam München & Oberland in der deutschen Erwachsenenspitze beim Bouldern festsetzen können. offizieller Bericht des DAV Moni und Sarah berichten auf ihrem Blog
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