Ich bin dann mal im Kuhstall
Das Sozialprojekt der Sektion München (mehr Infos siehe unten) ging dieses Jahr in die nächste Runde. Heuer ging die Fahrt mit insgesamt vier Jugendlichen im Alter von 14 bis 15 Jahren ins Skiheim Brixen im Thale.
Geprägt war die Fahrt von einer entspannten Ruhe, die irgendwie ungewohnt, aber angenehm war.
Gemeinsam stürmten wir die Hohe Salve, erkundeten den Wassererlebnispfad und bekamen Einblicke in verschiedene Tierarten, die man auf so einer Wanderung antreffen kann. Teilweise war die Wanderung und die Tatsache, dass die Leiter tatsächlich nur eine Bergfahrtkarte gekauft hatten, für die teilnehmenden Jugendlichen schwer zu ertragen – umso größer war die Freude, als die Anstrengung durch einen Besuch im Freibad, bei relativ zapfigen Wassertemperaturen, belohnt wurde.
Am folgenden Tag entschied sich die Gruppe, trotz bestem Wetter und optimalen Bedingungen, mit einer knappen Mehrheit von 7 zu 1 dafür, eine Sennerei zu besuchen, anstatt ein Floß zu bauen und den Schatz des Seeungeheuers in Brixen zu erobern. Nachdem wir uns natürlich ordnungsgemäß angemeldet hatten, fuhren wir mit großer Vorfreude zur Sennerei, wo uns dann gesagt wurde, dass man soeben mit der Käseproduktion fertig sei, die Räume desinfiziert wären und wir deshalb nicht in den Genuss einer Führung kommen könnten, dass wir aber gerne mal durchs Fenster reinschauen könnten. Alles Käse oder was? Nein, wir ließen uns davon jedoch nicht die Laune verderben, probierten sogenannte "Milch", die irgendwie ganz anders schmeckte als daheim, und statteten den Milchproduzenten einen Besuch ab, um diese Spezies näher kennenzulernen.
Mit vollgesabberten Händen und einem dezenten Kuhstallgeruch ging's dann in die Kletterhalle in Kitzbühel. Hier habe ich ganz stolz miterleben dürfen, dass die Kletterausflüge in den letzten Jahren Früchte getragen haben. So konnten die meisten Kinder nicht nur die Knoten, sondern es wurde auch unermüdlich geklettert und sogar vorgestiegen, als würde man nicht nur einmal im Jahr, sondern jede Woche zum Klettern gehen.
Abschließend lässt sich sagen, dass diese Fahrt wieder einmal mehr gezeigt hat, wie man mit kleinen Einblicken und Erlebnissen in die Natur eine Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis machen kann.
Mauno Gerritzen
* Seit Jahren engagieren sich nun die Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV), Bezirk München, sowie die Sektionen München & Oberland für die Einrichtung "Lichtblick Hasenbergl", eine sozialtherapeutische Einrichtung im Norden Münchens. Mit ihrem Einsatz und ihrer finanziellen Unterstützung ermöglichen sie den Lichtblick-Kindern regelmäßig in den Schulferien Erholung in der Natur. Dabei steht im Vordergrund, die sozialen Kompetenzen der Kinder – also Rücksichtnahme auf andere, Zusammenhalt in der Gruppe – spielerisch zu fördern.
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