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Arbeitstouren Falkenhütte 2010

In den 13 Jahren, in denen wir jetzt schon regelmäßig an der Falkenhütte im Einsatz sind (s. ausführlichen Bericht), konnten wir nebenbei auch einen leidlichen Erfahrungsschatz in Bezug auf die Wetterbedingungen sammeln, bei denen sich Arbeitstouren überhaupt durchführen lassen. Die Beurteilung der Wetterumstände schwankt normalerweise zwischen "sehr gut" und "geht gerade noch". 2010 war das erste Jahr, in dem zweimal die Note "geht eigentlich nicht mehr, aber jetzt sind wir schon mal da..." vergeben mussten. Das erste Mal eiskalt erwischt hat es uns am Wochenende 19./20. Juni. Freitag abend war klar, dass die meisten Arbeiten bei den angekündigten Regen- und Schneefällen buchstäblich ins Wasser fallen werden.

Trotzdem entschieden wir uns, mit einer kleinen Truppe auf die Hütte zu gehen und zu versuchen, die nötigsten Arbeiten, in der Hauptsache das Aufstellen der Weidezäune, vor dem Almauftrieb zu erledigen.

 

Foto: J. Simon

Nach der Anfahrt durch strömenden Regen hatten wir Glück und gelangten fast ganz trocken in zweieinhalb Stunden bis zur Falkenhütte. Auch eine von Wegereferent Michael Schöke geleitete Juniorengruppe hatte den Einsatz nicht abgeblasen und war bereits vor Ort fleißig mit Schaufeln und dem Aufstellen von Beschilderungspfosten beschäftigt.

 

 

 

Aufbau des Zauns um die Quellfassung

 

Nach einer Mittagsstärkung machten wir uns an den Aufbau der elektrischen Weidezäune rund um die Quelle und die Pflanzenkläranlage.Weil das Wetter, vom Nieselregen abgesehen, einigermaßen gut blieb, war es beschlossene Sache, doch auf der Hütte zu übernachten. Fritz, der Hüttenwirt, hatte nur wenige Gäste und so bekamen wir diesmal ein gemütliches Lager im Haus.

 

Foto: J. SimonUm Sonnwend herum ist es auch am späten Nachmittag immer noch hell und so gingen noch einmal raus zum Wanderweg zur Ladizalm, in dessen Nähe problematische Renaturierungsflächen liegen. Nach mehreren vergeblichen Wiederbegrünungsversuchen wollten wir es heuer mit Grassamen aus einer Spezialbergwiesenmischung, kombiniert mit Bio-Dünger, probieren.

 

 

Grassamen ausstreuen, festtreten, düngen

 

 

Foto: J. SimonEinen großen Teil der Flächen konnten wir am Samstag vor dem Abendessen noch schaffen, natürlich inklusive Düngung. Puh, kaum im Regen, entfaltet so ein Biodünger gleich eine heftige Geruchsnote. Irgendwann in der Nacht hörte der Regen auf und einige dachten schon: Schön, das Wetter wird besser’ - aber am Morgen lag der Schnee schon 10 cm hoch. 

 

Nichts war es mehr mit weiteren Sä- und Pflanzaktionen. Aber wenigstens konnten wir noch einen schützenden elektrischen Weidezaun um unsere Renaturierungsfläche herum aufstellen.

 

 

  

Aufstellen des Weidezauns um die Renaturierungsfläche

 

Weitaus freundlicher gestalteten sich die Bedingungen bei unserem 2. Anlauf am Wochenende 31.7./1.8. Schwerpunkt war diesmal der Fußweg zur Ladizalm, der auch heuer wieder der Instandsetzung bedurfte. Es waren wie jedes Jahr Wasserauskehren freizulegen und nötigenfalls zu erneuern. Freundlicherweise hatten Michaels Junioren schon vorgearbeitet und Holz "vor der Hüttn" abgelagert, Wir mussten die Stämme nur noch schepsen (entrinden) und auf Länge sägen.

 

Außerdem war zu erkennen, dass das Regenwasser in den ehemaligen Erosionsrinnen stellenweise ziemlich ungebremst durchrauschte. Hier schafften wir Abhilfe, indem wir ein paar zusätzliche Rechen einbauten,

 

Schepsen einer Wasserauskehre

 

Bei dieser Gelegenheit - und weil das schöne Wetter dies zuließ - kamen erstmals die neuen grünen T-Shirts zum Einsatz. Unsere AGUSSO-Uniform soll auch bei zukünftigen Einsätzen signalisieren, dass da eine starke Oberländer-Truppe im Dienste des alpinen Naturschutzes aktiv ist. Und wer tagsüber feste arbeitet, der soll es sich abends gut gehen lassen. Diesen ehernen Grundsatz haben wir bei unseren Arbeitstouren bisher noch immer beherzigt...

 

Ausklang eines Arbeitstags auf der Falkenhütte

 

Zu ergänzen wäre dann noch die dritte und letzte diesjährige Falkenhütten-Tour am 25./26.9., für die sich wegen der zeitgleich stattfindenden DAV-Naturschutztagung in Garmisch nur ein kleines Häuflein zusammenfand. Nachdem aber wie schon im Juni auch diesmal wieder alles im Schnee versunken war, reichte das vollkommen aus, um die E-Zäune abzubauen.   

 

Bettina Ulrichs, Dr. Jochen Simon

 


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